Lyrik einer Suchenden – Rezension zu „Gedichte“ von Gertrud von le Fort

Januar 14th, 2017

Umschlagbild "Gedichte" - Gertrud von le Fort„Wie traumhaft wird der Tag – wie taghaft sind die Träume!“ (S.10)

Zum Inhalt:

Auf den Seiten des 580. Bandes der Insel-Bibliothek kommt eine Lyrikerin zu Wort deren glaubensinhaltliche Sinnsuche sich in ihrem gesamten schriftstellerischen Schaffen kennzeichnend niederschlägt. So auch in dem vorliegenden Gedichtband, welcher in 7 lose textuelle Bündel über 40 Gedichte vereint. Intensivstes Streben nach christlich religiöser Klarheit, einer einenden Vision und die Auseinandersetzung mit den Schwächen, Ängsten und Herausforderungen der menschlichen Existenz in einer allzuoft hoffnungslos scheinenden Zeit – siehe den geschichtlichen Kontext zweier Weltkriege – ist der lyrische Nährboden dem die Texte entwachsen. Geprägt von kräftigen Bildern und einer feinen, über manche Strecken beinahe als filigran zu bezeichnenden Sprachführung begleitet dieser rote Faden den Leser durch die Lektüre des Buches.

„Mich ruft zuweilen eine Stille,
Die alles Tönen überschweigt.“ (S.74)

Fazit:

Gertrud von le Fort lehnt sich in ihrem lyrischen Werk u.a. an Hölderlin an, was ihre Werke entsprechende polariseren lässt, zumal noch die glaubensphilosophischen Implikationen hinzukommen, denen sich der Leser nicht von vorne herein verschließen sollte. Manches mal sind die Anspielungen auf zeitgeschichtliche Ereignisse, die die Autorin immer wieder zu ihrem Schaffen inspieriert haben, erst nach einer entsprechenden Recherche zu verstehen. Dies ist jedeoch auch einer der Gründe für die Lektüre ihrer Werke: die Auseinandersetzung mit Zeitgeist und dem Niederschlag desselben im Textuellen. Keine leichte Lektüre, aber auf jeden Fall einen Leseabstecher wert.

Zum Buch:

Der kleine Band des Insel-Verlages reiht sich unter seinesgleichen nahtlos ein. Fadenheftung, Druck und Bedruckstoff lassen keine Wünsche offen und geben den Texten einen gediegenen buchbinderischen, sowie typografischen Kontext. Nicht nur an den lyrisch interessierten, auch für den bibliophilen Leser gerichtet, so könnten man das Buch umschreiben.

Buchdaten:

  • Titel: „Gedichte“
  • Autor: Gertrud von le Fort
  • Umfang: 92 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag zu Leipzig, 1958, 24.-33. Tausend
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 19,7 x 13,2 x 0,9 cm

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Ferne Nähe – Buchbesprechung für „Der Mann vom Anti“ – Hrsg. Ekkehard Redlin

Januar 7th, 2017

Coverbild "Der Mann vom Anti" - Ekkehard Redlin (Hrsg)„»Die Phantasie ist das dritte Auge des Menschen, es reicht bis in fernste Fernen. Wer weiß das schon? Die meisten sind blind auf diesem Auge. Völlig blind!«“ (S.135)

Zum Inhalt:

Die Kurzgeschichte ist schon per definitionem ein Genre welches erzählerische Dichte und Konzentration fordert. „Jeder Satz ein Gedanke, kein Wort darf entbehrlich sein.“ (Ekkehard Redlin, S.309) Auf ihre schriftstellerisch ganz individuelle Weise sind alle Autoren dieses Sammelbandes wahre Kapazunder auf diesem Gebiet, wie dies übrigens einige von ihnen auch in der Serie „Lichtjahr – Phnatastik Almanach“ immer wieder mit einprägsamen Geschichten unter Beweis gestellt haben.
Was durch alle Geschichten, mögen sie stilistisch und inhaltlich auch noch so divergieren, weht, ist ein für die damalige Zeit ungemein frischer Wind, eine spürbare Aufbruchsstimmung, sowie ein neues, frühlinghaftes Selbstbewußtsein der Phantastik, dem die Freude der Autoren am spielerischen Erzählen sehr zupasskommt. Der Herausgeber schreibt in einer Art Nachwort, tituliert als „Experiment und Korrektur“: „Von der antiimperialistischen Anklage bis zur kommunistischen Ethik spannt sich in traditioneller Weise der Bogen der utopischen Literatur. Wie er aber auf eindrucksvolle Weise ausgeschritten, wie der Mensch zum Maß der Dinge gesetzt wird, ist neu.“ (S.309). Dieses Ausschreiten mit, wenn man so will unter zu Hilfe nahme schriftstellerisch unterschiedlichsten Schuhwerks, lässt für beinahe jeden Freund der SF etwas in diesem Band dabei sein.

Autoren und Kurzgeschichten in diesem SF-Band

Fazit:

Die Zusammenstellung an Texten der wissenschaftlich-phantastischen Literatur für die Ekkehard Redlin als Herausgeber firmiert wird durch eine zugrundeliegende gemeinsame Klammer vereint: „Es geht ausdrücklich und unverholen um menschliche Belange, und das ist ein großes Plus für die utopische Literatur.“ (S.309) Ein stetiges Suchen, ein Findungsprozess ist es, der sowohl für die einzelnen Autoren die hör-/lesbare Triebfeder hinter ihrem Schaffen, als auch für die SF Grosso modo stets einen sirenenhaften Widerhall erzeugt, welcher die immer wiederkehrende Fazination des Genres ausmacht. Zumal wenn die Geschichten von so klingenden Namen wie in diesem Band gewoben wurden. Jeder Autor bringt seinen individuellen Charme mit ein, sein erzählerisches Geschick und seine Sicht auf das für ihn Wichtige, denn „Literatur ist lebendig, solange sie das menschliche Leben neu zu entdecken und zu gestalten vermag.“ (S.308)

Zum Buch:

Für die Umschlaggestaltung des in der Reihe „SF-Utopia“ als Kurzgeschichtensammlung erschienen Bandes zeichnen erneut Regine Schulz und Burckhard Labowski verantwortlich, ebenso wie z.B. „Aëlita“ von Alexej Tolstoi treffend bildnerischen Ausdruck verleihen. Der Bedruckstoff ist, dem Buchtyp und der Zeit entsprechend recht grobfaserig, griffig und gut zu einem über 300 Seiten starken Buchblock verleimt. Die typografische Gestaltung ist zweckmäßig schlicht und unaufdringlich. Einige kleinere drucktechnische Lapsus stören nicht besonders, wenn sie auch auffallen.

Buchdaten:

  • Titel: „Der Mann vom Anti“
  • Herausgeber: Ekkehard Redlin
  • Umfang: 310 Seiten
  • Verlag: Verlag Neues Berlin
  • Sprache: Deutsch
  • Lizenz-Nr: 409-160/149/80 · LSV 7004
  • Größe: 10,7 x 17,6 x 1,5 cm

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Geradlinige Wendung – Buchbesprechung zu „Wendekreis des Krebses“ von Henry Miller

Januar 1st, 2017

Titelbild - "Wendekreis des Krebses" - Henry Miller„…denn die Tragödie unserer Welt besteht gerade darin, daß nichts mehr imstande ist, sie aus ihrer Lethargie aufzuscheuchen.“ (S.8)

Zum Inhalt:

Zusammen mit „Wendekreis des Steinbocks“ – erschienen 1939 – stellt der Roman „Wendekreis des Krebses“ ein autobiografisches Versatzstück im Schaffen Henry Millers dar. Der Text beschreibt die Suche Millers nach seinem ganz persönlichen künstlerischen Ich in einem moralisch als verrucht zu bezeichnenden Umfeld, das ihm jedoch keineswegs die enge Freundschaft seiner ebenfalls in Paris lebenden, ähnlich gesinnten Landsleute versagt, ja sie vielmehr sogar fördert. Obwohl die Begrifflichkeit der „Biografie“ eine logische zeitliche Abfolge unterstellen ließe, so wird der Leser diese hier vermissen – oder dies als erfrischend anders empfinden. Anaïs Nin bringt es in ihrem Vorwort von 1934 prägnant auf den Punkt: „Das Buch wird allein durch Fluß und Wechsel der Ereignisse auf seiner eigenen Achse gehalten. Gerade weil es keinen Mittelpunkt gibt, ist auch keine Rede von Heldentum oder Kampf, da auch keine Rede von Willen ist, sondern nur von Hingabe an das Strömen.“ (S.7). Millers Sinn dafür, einer pragmatischen Weltsicht eine gewisse, ihm eigene Art der Komik abzugewinnen, finden sich in mehr oder weniger subtilen Wendungen, Schilderungen seiner Wegbegleiter und -begleiterinnen, sowie in der nahezu fatalistischen, jedoch keinesfalls in Selbstmitleid sich suhlenden, Sicht der Vergänglichkeit von Leben, Liebe, Wertesystemen und politischen, moralischen und wirtschaftlichen Ansichten. Ein Buch über die Suche nach dem „Zustand des Mit-sich-selbst-einig-Seins“1).

Fazit:

Millers Text „schlug die entscheidende Bresche in eine Mauer von Heuchelei und Prüderie.“, so der Klappentext und es handelt sich dabei um den sozialverträglichen Hauch eines Beschreibungversuches, mit welch ausdrucksgewaltiger, brachialer Erzählgewalt der Autor mit Tabus bricht. Ein Leben auf der scharfen Schneide zwischen künstlerischer Freiheit, der Suche nach dem nächsten Essen, der Negation bourgeoiser Normen und Rituale, der kompromisslosen Verwirklichung eigener künstlerischer Vision und die Kollision all dieser menschlichen Eisberge im sozialen Malstrom des Paris nach der Jahrhundertwende. Als eine „exstatische Befreiung“1) von den einschränkenden Normen des New Yorks der zwanziger Jahre bezeichnet es Jörg Drews. Es ist kein geschliffen feines Changieren, vielmehr ein rüder Bruch, der in jedem Absatz erneut kristallisiert, den Leser oft vor den Kopf stößt, aber auch gleichzeitig nicht aus seinem Bann entlässt. Ein Buch das definitiv Lust auf mehr Henry Miller macht.

Zum Buch:

Der rororo-Verlag liefert mit dieser Ausgabe von Henry Millers Klassiker einen kompakten Taschenbuchrahmen in solider Verarbeitung, dessen griffiger Bedruckstoff in Kombination mit einer stabilen Verleimung einen sehr positiven haptischen Gesamteindruck hinterlässt. Gesetzt aus der Aldus® in sehr kleiner Type, wirkt der Text ausgesprochen kompakt, ja beinahe gedrängt, was sich überdies ausgezeichnet mit dem Inhalt verträgt. Generell werden typografische Akzente, wenn überhaupt, nur sehr verhalten eingesetzt, was jedoch keineswegs störend wirkt. Als einziger Minuspunkt wäre die Wahl des Bedruckmaterials, welches leicht zum Vergilben neigt, zu erwähnen.

Buchdaten:

  • Titel: „Wendekreis des Krebses“
  • Autor: Henry Miller
  • Umfang: 251 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 300.-309. Tausend Dezember 1993
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3-4991-4361-8
  • Größe: 19 x 11,5 x 1,5 cm

1)  Kindlers Literatur Lexikon Bd.11, S. 703

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Seelenverwandt – Rezension zu „Dem Ozean so nah“ von Jessica Koch

Dezember 4th, 2016

Titelbild "Dem Ozean so nah" - Jessica Koch„»In guten Zeiten Händchen halten ist einfach. In schlechten Zeiten nicht loszulassen, darauf kommt es an.«“ (Pos.4161)

Zum Inhalt:

Danny, wissend um die wesentlich absehbarere Endlichkeit seines Lebens, findet in Christina eine jener seltenen Personen im Leben eines Menschen, die man als seelenverwandt erkennt. Dabei könnten sie, zumindest den äußeren Umständen nach, nicht unterschiedlicher sein: er, offensichtlich erfolgreich, gesellschaftlich integriert – soweit er dies selbst zulässt – , sportlich und ohne Geldsorgen. Sie aus dem Milieu des Straßenstrichs kommend, stets auf der Suche nach dem nächsten Drogenflash. Danny sieht in Christina jedoch mehr. Sein feines inneres Gespür lässt ihn erahnen, was diese junge Frau derart derangiert hat, was sie aus der Bahn warf. Mehr und mehr entdecken die beiden, dass ihre Geschichten und somit ihr tiefes Verständnis und ihr Respekt füreinander auf ähnliche Quellen seelischen Leides zurückgeht. Quellen, die sie trotz unzähliger Versuche nicht versiegen lassen, deren Fluten sie aber gemeinsam trotzen können. Eine sehr spezielle symbiotische Gemeinschaft entwickelt sich für die beiden. Die vielen einzigartigen  Höhen, abgrundtiefen Täler und die wenigen kostbaren glücklichen Momente schweißen beide zusammen. Diese in jeder Hinsicht unbedingte Tragfähigkeit einer wertschätzenden Akzeptanz des jeweils anderen, ohne ihn deshalb mit Samthandschuhen anzufassen, lässt Außenstehende oft verständnislos, jedoch oft auch beinahe neidisch den Kopf schütteln. Einer ist dabei des anderen Anker in einem beängstigend weiten Ozean.

Fazit:

Im dritten und abschließenden Teil der Trilogie um Danny bleibt Jessica Koch ihrem authentisch frischen Schreibstil treu, entwickelt jedoch Erzählstil, sowie die Fertigkeit mit Bildhaftigkeiten zu arbeiten weiter. Sie versteht es die verworrene Tragik, die herben Rückschläge, die schicksalshafte Einzigartigkeit einer Beziehung zweier Menschen herauszuarbeiten, deren Überlebensstrategie in sysiphosgleichem Bemühen besteht, die auseinanderdriftenden Splitter ihrer Seelen in dem Puzzle ihres ureigensten Menschseins wieder zu vereinen. Der Text atmet mit jedem Satz Authentizität und den drängenden Wunsch den Fokus auf die dunklen Ecken in unserer Gesellschaft zu legen, in deren Untiefen gebrochene Schicksale wie jene von Christina und Danny ihren Ursprung nehmen. Unmissverständlich klingt somit auch die Aufforderung mit hin und nicht weg zu sehen. Eine Aufforderung, die wir nicht an Sozialarbeiter, Jugendpsychologen, Streetworker oder wen auch sonst immer abgeben können und dürfen. Mit dem Text dessen Schwerpunkt die in spezieller Weise innige Beziehung von Danny und Christina darlegt, verwebt die Autorin einige der aus den Vorgängerbänden noch offenen Fäden, wobei es sich – aus meiner Sicht – empfiehlt die Bücher in der Erscheinungsreihenfolge zu lesen. Und sie zu lesen ist mehr als nur lohnenswert!

Buchdaten:

  • Titel: „Dem Ozean so nah“
  • Autor: Jessica Koch
  • Ausgabe: Kindle Edition (356 Seiten Print)
  • Verlag: FeuerWerke Verlag (29. November 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01N9BZF8X
  • Dateigröße: 1570 kB

(1) Alle Angaben, sowohl Seiten-/Positionsnummern, wie auch technische Details, beziehen sich auf die Kindle-Ausgabe des Rezensionsexemplares

Merken

Merken

Merken

Merken

Sinn-Bildlich – Rezension zu „Fotos sehen, verstehen, gestalten“ von Martin Schuster

Dezember 3rd, 2016

Umschlagbild - "Fotos sehen, verstehen, gestalten" von Martin Schuster„Die Fotografie »demokratisiert« das visuelle Wissen von der Welt.“ (S.175)

Zum Inhalt:

Bereits im ersten Kapitel macht Martin Schuster klar, worum es ihm bei der Betrachtung – im wahrsten Sinne des Wortes – der Thematik des fotografischen Bildes geht: um Fotopsychologie. Er steckt das Feld anfangs historisch-gesellschaftlich ab, wobei er technisches nur insofern streift, als dass es für das Verständnis seiner Argumentationsketten notwendig erscheint. Der Frage inwiefern Fotografie ein weibliches oder männliches Hobby darstellt, geht er in einem eigenen Unterkapitel nach.
Besonders ausführlich wird der Bereich Fotografie und (deren) Wahrnehmung bearbeitet. Fragen sind hierbei u.a., wie läuft visuelle Wahrnehmung ab und wie hat die Fotografie diese in der Historie verändert / beeinflusst, wie verhält es sich mit der Begrifflichkeit der Ästhetik in Bildern und Fotos, welche unterschiedlichen Anforderungen stellte und stellt die Fotografie an die Wahrnehmung, sowohl physiologisch, als auch psychologisch?
Darauf aufbauend extrapoliert der Autor in welchem Maße die Fotografie Erinnerung prägt (Stichwort: retrival cue), wie Basales unseres Wesens geleitet wird und welchen Ansatz die moderne Fototherapie im Rahmen der praktischen Anwendung dieser Erkenntnisse verfolgen kann. Neben den persönlich fokusierten Schauplätzen, wie z.B. jenem der Porträtfotografie, deckt der Text auch interessante Zusammenhänge und Hintergründe in puncto Presse, Werbung, Propaganda, oder – allgemein formuliert – der überindividuellen Rückwirkung der fotografischen Bilderflut auf.
Den Abschluss des Buches bilden 2 fotopsychologisch orientierte Interviews, sowie ein ausführlicher, weiterführender Literaturnachweis.

Fazit:

Der Text stammt in seiner 2. Auflage aus dem Jahr 2005 und ist, was die (digital)fotografische Technik angeht nicht mehr ganz aktuell. Dies stört jedoch nicht im geringsten, sondern hat eher den positiven Effekt, dass sich der Leser einfacher auf die wesentlichen Kerninhalte zu konzentrieren vermag: wie sehen wir Fotos, welche Werkzeuge des Verstehens kann man sich erarbeiten, wie werden eben diese Erkenntnisse in die Gestaltung von Bildern miteinbezogen. Gleichermaßen für Fotografierende, wie Betrachtende finden sich profund dokumentierte und recherchierte Zusammenhänge anschaulich und solide dargelegt. Verstreut im Text finden sich immer wieder sogenannte Fotopraktika in denen der Leser Aufgaben gestellt bekommt, anhand derer er die Theorie meist ohne großen Aufwand, aber mit interessanten Aha-Effekten in die Praxis umsetzen und somit festigen kann. Rückblickend und in Lichte von Medien wie Instagram, Facebook u.ä. welche in hohem Maße von Fotos und deren Wirkung leben stellt das Buch einen hochinteressanten und lesenswerten Einsteig in die Thematik dar.

 

Buchdaten:

  • Titel: „Fotos sehen, verstehen, gestalten“
  • Autor: Martin Schuster
  • Umfang: 263 Seiten
  • Verlag: Springer Verlag; 2. Auflage 2005
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3-5402-1929-3
  • ISBN-13: 978-3-5402-1929-3

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Nebelwehend – Rezension zu „Lyrische Gedichte“ von Nikolaus Lenau

November 26th, 2016

Nebelwehend - Rezension zu "Lyrische Gedichte" von Nikolaus Lenau„O Menschenherz was ist dein Glück?
Ein rätselhaft geborner,
Und, kaum gegrüßt, verlorner,
Unwiederholter Augenblick.“ (S.69, „Ein Blatt Strophen und Zeilen“)

Zum Inhalt:

Nikolaus Lenau (* 13.08.1802 Csatád / Ungarn †22.08.1850 Oberdöbling bei Wien) hinterlies ein vielschichtiges und durchwachsenes lyrisches Werk, aus welchem der Schriftsteller Albrecht Schaeffer im vorliegenden Band aus der Insel-Bücherei versucht einen einigermaßen repräsentativen Querschnitt zu wählen. Von „Ghasel“, welches – stark verhaftet in der Lyrik des 18. Jahrhunderts – aus Lenaus lyrischen Anfängen stammt, bis hin zu letzten Bruchstücken führen die oft von byronistischem Grundton durchzogenen Texte. Zentrales und stets wiederkehrendes Thema ist dabei die vielgestaltigen Ausprägungen der uns umgebenden Natur als Metapher für die Unwägbarkeiten menschliche Lebens, sowie letztendlich dessen Vergänglichkeit. So schreiben Walter Schmitz und Meinhard Prill: „Es gehört zu Lenaus Eigentümlichkeit,… daß ihm sowohl Natur wie menschliche Geschichte letztendlich zur Allegorie des Vergänglichen werden, die durch keine jenseitige Tröstung aufzuheben ist:..“ („Kindlers Neues Literaturlexikon“, Bd. 10, 1988/1998, S.189).

Aufgenommene Gedichte:

  • Das Mondlicht
  • Das Posthorn
  • Himmeltrauer
  • Vergangenheit
  • Bitte
  • Die Kavalkade (Aus „Die Heideschenke“)
  • Nächtliche Wanderung
  • Mein Herz
  • Einem Greis
  • auf meinen ausgebälgten Geier
  • Schilflieder
  • Liebesfeier
  • Frühling
  • Frühlings Tod
  • Waldlieder
  • Herbstgefühl
  • Herbstlied
  • Herbstentschluß
  • Winternacht
  • Der schwarze See
  • Die Rose der Erinnerung
  • Sturmesmythe
  • Meeresstille
  • Der Schiffsjunge
  • Der Urwald
  • Niagara
  • Frage
  • Zu spät!
  • Stimme des Windes
  • Stimme des Regens
  • Einsamkeit
  • Doppelheimweh
  • Nachhall
  • Frage
  • Abendlieder
  • Am Bette eines Kindes
  • Am Grabe Höltys
  • In der Nacht
  • An Seneca
  • Mein Stern
  • An die Ersehnte
  • An die Wolke
  • Der Trübe Wanderer
  • Die drei Zigeuner
  • An J. Klemm
  • An Mathilde
  • Ghasel
  • Der schwere Abend
  • Scheiden
  • In der Krankheit
  • Traumgewalten
  • An die Melancholie
  • Der Postillion
  • Aus „Faust“
  • Ein Blatt Strophen und Zeilen

Fazit:

Lenaus lyrisches Timbre wird in Grundzügen in dem kurzen Abriss dieses Bandes ersichtlich und macht, so man seine Poesie persönlich ansprechend findet, Lust auf mehr. Um ein profunderes Verständnis für die durchaus brisanten zeitpolitischen Implikationen seines Schaffens zu erlangen empfiehlt sich eine Recherche zum geschichtlich-politisch und weltanschaulichen Hintergrund auf jeden Fall. Belohnt wird der Leser mit einem schriftstellerischem Gewebe, welches mit jeder Zeile eine bittersüße Melancholie atmet.

Zum Buch:

Der hier besprochene Band aus der Insel-Bücherei weist, entgegen der Tradition der Reihe, keinen fadengebundenen, sondern einen geklammerten Buchblock auf (hier ein Beispiel). Ansonsten ist der Band mit der Nr. 235 bibliophil ansprechend verarbeitet und in Fraktur gesetzt, was dem Text typografisch einen zusätzlichen Charme verleiht.

Buchdaten:

  • Titel: „Lyrische Gedichte“
  • Autor: Nikolaus Lenau
  • Umfang: 72 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag zu Leipzig, 1940, 16.-20. Tausend
  • Sprache: Deutsch
  • Größe: 19,7 x 13,2 x 0,8 cm

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Kosmischer Politexport – Rezension zu „Aëlita“ von Alexej Tolstoi

November 19th, 2016

Kosmischer Politexport - Rezension zu "Aëlita" von Alexej Tolstoi„Die wichtigste Waffe ist der Entschluß! Wer sich entschließen kann, hat auch die Macht.“ (S.202)

Zum Inhalt:

Von den irdischen Verhältnissen desillusioniert fasst der Ingenieur Losj den Beschluss, die Erde zu verlassen. Die gewagte Reise will er in einem selbst entworfenen und gebauten Raumschiff bewerkstelligen. Er sucht via Annoncen Unterstützung, woraufhin sich der ehemalige Rotgardist Gussew an seine Seite stellt. Es gelingt den beiden Verwegenen auch die Reise zum Roten Planeten heil zu überstehen, feststellend, dass dieser bewohnt und der Erde, v.a. in gesellschaftlichen Aspekten äußerst ähnlich ist. Aëlita, die Tochter des de facto Alleinherrschers Tuskub, und Losj kommen sich im Laufe den Studien der beiden „Himmelssöhne“ näher und lernen einander schätzen und lieben. Tuskub, ein ewig Gestriger und Verneiner jedeweden Fortschrittes, will sich der beiden Eindringlinge entledigen, wobei er nicht vor dem Versuch zurückschreckt für ein Mordkomplott auch seine Tochter zu instrumentalisieren. Diese jedoch stellt sich auf die Seite Losjs. Als Gussew auch noch einen Aufstand des Marsproletariats anführt, wird es eng für die drei. Es bleibt nur noch der Ausweg der Flucht zurück auf die Erde, dem Roten Planeten, der ohnehin im Sterben liegt, den Rücken kehrend.

Fazit:

„Aëlita“ gehört zu den klassischen Werken der sowjetischen Phantastik. Der Text wirft Fragen gesellschaftpolitischer Relevanz auf, die nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Alexej Tolstoi schreibt „Aëlita“ als Metapher. So hält Ulrike Stephan dies auch in ihrem Nachwort fest, indem sie schreibt: „…; in »Aëlita« setzt er sich das erste Mal mit der russischen Revolution auseinander und versucht, sie als Künstler zu verstehen, in ihr eine gesetzmäßige Etappe in der Menscheitsgeschichte zu sehen und die Geschichte nicht nur als Summe vergangener Epochen, sondern als zukunftsweisende Erfahrung zu begreifen.“ (S.199) Tolsoi bedient sich des SF-Genres nur als Medium zur Verbildlichung seiner Ideen, was auch den recht saloppen Umgang mit naturwissenschaftlichen Fakten anbelangt, sowie die Degradierung von Technik als Beiwerk, was in der SF auf manchen Leser befremdlich wirken kann.

Zum Buch:

Für die Umschlaggestaltung des in der Reihe „SF-Utopia“ als vierter Roman erschienen Bandes zeichnen wieder Regine Schulz und Burckhard Labowski verantwortlich, wobei sie mit dem etwas avantgardistischen Entwurf dem Inhaltlichen des Textes einen treffenden bildnerischen Ausdruck verleihen. Der Bedruckstoff ist, dem Buchtyp und der Zeit entsprechend recht grobfaserig, griffig und passabel zu zum Buchblock verleimt. Typografisch ist der Text minimalistisch gehalten, wobei nur ein paar kleinere Druckfehler den Gesamteindruck etwas trüben.

Buchdaten:

  • Titel: „Aëlita“
  • Autor: Alexej Tolstoi
  • Umfang: 208 Seiten
  • Verlag: Verlag Das neue Berlin (1981)
  • Sprache: Deutsch
  • Lizenz-Nr.: 409-160/144/81 · LSV 7214
  • Größe: 10,7 x 17,6 x 1,1 cm

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Moderner Klassiker – Rezension zu „WordPress als »klassisches CMS«“ von Vladimir Simovic

November 12th, 2016

Moderner Klassiker - Rezension zu "Wordpress als »klassisches CMS«" von Vladimir Simovic„WordPress ist mit Abstand das populärste Redaktionssystem. Es dominiert den Markt der Content-Management-Systeme mit mehr als 60% Anteil und fast jede vierte Website wird mit WordPress betrieben.“ (S.3)1)

Zum Inhalt:

Vladimir Simovic tritt mit seinem in der PDF-Version 123seitigen Text an, dem Leser WordPress einmal nicht als BLOG-System vorzustellen, sondern die Stärken des CMS in puncto klassisches Webseiten-Design zu präsentieren. Neben einer ausführlichen Darstellung der minimalen WordPress-Grundlagen, sowie Hinweisen zum Erhalt und der Installation der Software, weist Simovic für die Installation auch auf einige Fehlerquellen hin, die immer wieder für Ärger sorgen.
Einen ausgesprochen großen Teil des Textes nimmt die detaillierte Beschreibung der Oberfläche von WordPress mit seinen vielen Einstellmöglichkeiten ein. Ein klein wenig tiefer geht es anschließend mit der Vorstellung von – aus der Sicht das Autors – sinnvollen Erweiterungen der WordPress-Installation durch entsprechende Widgets, sowie einem kurzen Exkurs ins Gebiet der Themes und deren Anpassungsmöglichkeiten.
Den Abschluss bildet eine minimalistische Einführung in das Thema SEO und Verweise auf die Möglichkeiten hierzu, die WordPress per se schon mitbringt, sowie eine kurze Besprechung des Plugins wpSEO in diesem Zusammenhang.

Fazit:

Simovic ist WordPress-Enthusiasten und -Einsteigern gleicherweise durch seine legere, angenehm lesbare Art des Schreibens rund um das Thema WordPress bereits durch sein BLOG, sowie auch andere Veröffentlichungen bekannt (z.B: “WordPress für Autoren und Redakteure“, „WordPress für Administratoren und Webmaster“). Dem Titel wird allerdings diese Veröffentlichung des Autors nicht gerecht. Recht viel mehr als eine Installations- und Bedienungsanleitung ist dabei leider nicht herausgekommen, wobei viele Rechtschreibfehler, sowie ein sehr abruptes Ende den Gesamteindruck noch zusätzlich trüben. Die wirklich relevanten Informationen, wie man WordPress als reines oder als Kombinations-CMS betreibt findet man im Web schneller und zuverlässiger. Als Einführung in WordPress kann der Einsteiger hier durchaus wertvolle Informationen gesammelt finden und auch die zahlreichen Verweise auf Ressourcen im Web erleichtern das anfängliche Recherchieren, wenn man seine ersten Gehversuche mit dem CMS unternimmt. Unterm Strich muss man aber für dieses Buch leider sagen, dass nicht drinnen ist, was draufsteht 🙁 .

Buchdaten:

  • Titel: „WordPress als »klassisches CMS«“
  • Autor: Vladimir Simovic
  • Ausgabe: PDF
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (26. Juni 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: 1514714388
  • Dateigröße: 2,94 MB

(1) Alle Angaben, sowohl Seiten-/Positionsnummern, wie auch technische Details, beziehen sich auf die PDF-Ausgabe des besprochenen Titels

P.S.: Ein ausgezeichnetes Buch zum Thema WordPress, das auch in die Tiefe geht, hat Alexander Hetzel mit „WordPress 4 – Das umfassende Handbuch“ geschrieben:

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Zugehört – Rezension zu „Das Freitagsinterview“ von Sigrid Kleinsorge

November 5th, 2016

Zugehört - Rezension zu „Das Freitagsinterview“ von Sigrid Kleinsorge„Fremd und bizarr
wie ein Eisberg
in der Tiefe verborgen,
ein Leben.“ (Pos.51)1)

Zum Inhalt:

Darauf war Johanna nicht vorbereitet, dass ein vor zwei Tagen gehörtes Interview sie so aus ihrem Alltag katapultieren könnte. Dabei war es weniger das Gesagte als vielmehr die Stimme sie einen Faden aufnehmen lässt, den sie längst verschüttet glaubte, jedoch nie wirklich vergessen hatte. Sie beschließt diesem Erinnerungsfaden zu folgen, suchend nach einem als verschollen geltenden Bruder, was sich nicht nur anfangs als seelische Schwerarbeit entpuppt. „Sie sucht nach weiteren Erinnerungsfetzen, doch ähnlich wie bei den metallenen Vögeln am Himmel, die in alle Welt unterwegs sind, bleibt nur eine sich auflösende Spur zurück.“ (Pos.101) Im fremden und befremdlichen Lebenslauf des einst geliebten Verwandten Fuß zu fassen, um in dessen Spuren vor und zurückzugehen verdichtet und lichtet sich der Zeitennebel  in gleicher Weise. Und doch wird Johannas Hartnäckigkeit belohnt. Licht gelangt an dunkle Orte ihrer Familiengeschichte geprägt von Nachkriegswirren inmitten zerbombter Schicksale, zerrütteter Familien, Repressalien der Stasi, dem begraben von Hoffnungen und der Suche nach Antworten. Für Johanna, die stets „anfällig für Dissonanzen“ (Pos.159) war, fühlen sich die ungeklärten Schatten über Jahrzehnte hinweg wie Splitter im Nagelbett an.
Mit der Spur, die ihr dieses Interview, diese beinahe aufgezwungene Zeitreise, eröffnet, sieht sie die Möglichkeit Seiten ihrer Biografie zu ergänzen, die bis dahin von einer schmerzlichen Leere erfüllt waren. Ergänzungen, die sie in den Aufzeichnungen ihres Bruders, den dadurch wiederbelebten Erinnerungen und den Gesprächen mit Vertrauten findet. Was sie dabei zusammenzustellen vermag, gibt den Blick gleichermaßen frei auf unsägliches Martyrium von Menschen, deren Orientierung eine andere als die der Herrschenden war, wie auch auf Mitmenschliches, auf unerwartete Hilfe und den Willen zu Überleben. Dabei kommt es ihr oft „wie gestern vor und zugleich muss sie einsehen, dass die Zeit fortgeschritten ist, mit einer Unerbittlichkeit, die sie ihr nicht zugetraut hat, als sie jung war.“ (Pos.1457)

Fazit:

Sigrid Kleinsorge ist ein konturenreicher Text gelungen, dessen emotionale Erschütterungen nachwirken. Ausgezeichnet durch strukturelle und sprachliche Klarheit, die einerseits beinahe fatalistisch beschreibend den Leser fesselt, zum anderen hoffnungsschwer die unbändige Kraft individueller Resilienz aufzeigt. Nicht nur das Sensorium für jene Welt, die Menschen im Innersten ausmacht, sondern auch die seltene Gabe dies eindringlich, aber ohne weltfremdes Pathos zu artikulieren ist ihr bereits in vorangegangenen Texten gelungen (so z.B. „Die Abuela“„Das Trio“, „Das achte Zimmer“, „Und vergib uns…“). Nahtlos, im positivsten Sinne, reiht sich diese Erzählung ein und erweitert das Œuvre der Schriftstellerin um ein weiteres empfehlenswertes Werk.

Buchdaten:

  • Titel: „Das Freitagsinterview“
  • Autorin: Sigrid Kleinsorge
  • Ausgabe: Kindle Edition (95 Seiten Print)
  • Verlag: Sigrid Kleinsorge (16. Oktober 2016)
  • Lektorat: Martina Leiber
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01MCUUUTL
  • Dateigröße: 395 kB

(1) Alle Angaben, sowohl Seiten-/Positionsnummern, wie auch technische Details, beziehen sich auf die Kindle-Ausgabe des Rezensionsexemplares

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Wahlmöglichkeiten – Rezension zu „Die Auserwählten“ von Sven Svenson

Oktober 29th, 2016

Wahlmöglichkeiten - Rezension zu "Die Auserwählten" von Sven Svenson„Es traf ihn schmerzlich, sich inmitten aufblühender, emporstrebender Natur zu befinden, und daran nicht beteiligt zu sein.“ (S.83)1)

Zum Inhalt:

Über 10 Kurzgeschichten hinweg spannt Sven Svenson einen Bogen, der im Titel bereits seinen ebenso simplen wie aussageschweren Niederschlag findet: auserwählt sein. Nicht immer haben die Akteure seiner Texte Einfluss auf eben diese Wahl, sei es nun, dass sie als Ziel einer zeitüberdauernden Liebe („Impetus“) als Ziel der Zuneigung erwählt wurden, sei es dass sie der schlichten Arterhaltung dienen sollen („Mondsüchtig“) oder zur Belustigung einer sensationssüchtigen Meute an Unterhaltungskonsumenten („Die Kuppel“) – ein Schelm, wer hier einen Aktualitätsbezug vermuten sollte 😉 – vorgeführt werden.
Es geht stets um Wahlmöglichkeiten, so trist auch die „reale“ Situation sein mag („Der Ausflug“, „Die Kuppel“), stets ist es eine Wahl, die getroffen wird, sei es nun vom oder für den Handelnden. Die hierbei wohl eingdringlichste Erzählung – ohne dabei den anderen deren Reiz absprechen zu wollen – dürfte „Kategorie“ sein: welche Wahl, welche unterschiedlichen Entscheidung würde man in unterschiedlichen Kulturen , unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlichen Lebensrahmenbedingungen treffen, gleichwohl sich die Grundeinstellung, der Charakter als ein ähnlicher und wertfreier Part dabei erweist.

Zum Inhalt des Bandes:

  • Impetus
  • Der Springer
  • Ein Leben
  • Kategorie
  • Die Besucher
  • Der Ausflug
  • Die Wahl
  • Ayas Oase
  • Mondsüchtig
  • Die Kuppel

Fazit:

Viel Gespür kann man dem Autor in Bezug auf die Zusammenstellung der Kurzgeschichten attestieren. Sie stellen einen breiten Fächer des Erzähltalents Sven Svensons unter Beweis und ein Gespür für die dem Moment innewohnende Möglichkeit, welche zu Nutzen der Mensch seinen freien Willen – so man denn an einen glauben will – einzusetzen verpflichtet ist. Dass Svenson ein Faible für SciFi als Genre hat, daraus macht er keinen Hehl, es wäre jedoch auch erheblich zu kurz gegriffen ihn nur dieser Sparte der Belletristik zuordnen zu wollen; so stellt sich für mich als Leser das Buch als eine gelungene Aus-Wahl seiner Geschichten dar.

Buchdaten:

  • Titel: „Die Auserwählten“
  • Autor: Sven Svenson
  • Ausgabe: Kindle Edition (356 Seiten Print)
  • Verlag: Edition LASENECA (22. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B01MDPYS7D
  • Dateigröße: 2,1 MB

(1) Alle Angaben, sowohl Seiten-/Positionsnummern, wie auch technische Details, beziehen sich auf die PDF-Ausgabe des Rezensionsexemplares

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken