Tag-Archive: Deutsche Literatur

Traumwandlerisch – Rezension zu „Phie und die sieben Sonnen“ von Angela Pointner

„Wer ein gutes Gewissen hat, ist nur zu guter Magie fähig.“ (S.193) Zum Inhalt: Sophie van Sand ist eine Suchende. Ihre Suche gilt der Möglichkeit ihren verstorbenen, über alles geliebten Vater wieder zu sehen. Es gäbe da noch viele lose Enden, welche sie mit ihm besprechend wollte, aber im Leben nicht die Gelegenheit dazu hatte. Seit diesem Verlust… Weiterlesen »

Vorgeschichte – Rezension zu „Fräulein Schmidt und die Reise nach Mexiko“ von Wilko Müller jr.

„Doch ein Geheimnis ist nur so lange eins, wie man es keiner zweiten Person erzählt.“ (S.15) Zum Inhalt: Ein beinahe schon banal profanes Problem – der „Y2K“-Bug bildet den Einstiegspunkt in eine an Retrospektiven reiche Geschichte aus der Kurzromanserie „Fräulein Schmidt“ von Wilko Müller. Rückblicke, die Lichtpunkte erzeugen in einer Vergangenheit die teils wenige Jahrhungerte, teils Äonen zurückliegt.… Weiterlesen »

Versunkenes – Rezension zu „Fräulein Schmidt und die Suche nach Atlantis“ von Wilko Müller jr.

„Man vermied heutzutage die Sterblichen zu tief in die Geschäfte der Götter zu verstricken.“ (S.16) Zum Inhalt: Nahtlos knüpft der Erzählstrang des zweiten Kurzromanbandes aus  der Fräulein Schmidt – Kurzromanserie an die Geschehnisse des Beinaheweltunterganges an, welcher von seiten der Maya-Götter nicht unerheblich beeinflusst wurde. Was der Antiquar Wichowski neben seiner rein körperlichen Veränderung durch die Ereignisse dabei… Weiterlesen »

Stille Wasser – Rezension zu „Fräulein Schmidt und die Maske der Mona Lisa“ von Wilko Müller jr.

„Ein einziger Mann sollte das Zünglein an der Waage sein, die Entscheidung der Götter über das weitere Schicksal der Welt beeinflussen können…“ (S.53) Zum Inhalt: Archetypisch – so könnte man den Antiquar Wichowski nennen. Gebildet, etwas weltfremd, den „schönen Dingen“ in Sachen Bibliophilie verhaftet, mit einem ungebrochenen Faible für alles Gedruckte, das eine gewisse Patina sein eigen nennt.… Weiterlesen »

Liebe in der Vergangenheitsform – Rezension zu „Alles, was wir liebten“ – Kristina Moninger

„Erinnerungen sind manchmal das, was wir aus ihnen machen.“ (S.266)1) Zum Inhalt: Anna und Fitz sind ein Geschenk. Ein Geschenk für den jeweils anderen. Durchaus auf Umwegen erhalten, weiß der jeweils andere um den Wert der Jugendliebe, die sie sich gegenseitig schenken. Nichts scheint ihre Zweisamkeit wirklich gefährden zu können. Jedoch nur solange, bis der eisernen Griff der… Weiterlesen »

Selbstachtung – Rezension zu „Sei gut mit Deiner Seele“ – Pierre Stutz

„Befreundet sein mit sich selbst ist eine anspruchsvolle Zumutung.“ (S.14) Zum Inhalt: Der Titel lautet nicht von ungefähr „Sei gut mit deiner Seele“ und nicht „Sei gut zu Deiner Seele“. Um ein Miteinander, ein sich selbst annehmen in allen Facetten geht es Perre Stutz. Dies alles jedoch weitab von illusorischen Allmachtsfantasien des »positiven Denkens« oder des „Sich-die-Welt-Schönredens“.  Vielmehr… Weiterlesen »

Die dünne Schicht der Zivilisation – Rezension zu „Die Bäume von Eden“ – Klaus Frühauf

„»Man gewinnt den Eindruck unsere Gesellschaft akzeptiere ausschließlich Jugendliche, Erfolgreiche und Sexualprotze. Oder gertenschlanke und dabei vollbusige Kätzchen. Haben Sie jemals eine Reklame gesehen, die mit normalen Menschen arbeitet? Einer solchen massiven Beeinflussung widerstehen auf Dauer nur Melancholiker oder Psychopathen.«“ (S.132) Zum Inhalt: Horst Bessow, der als Trainer einer DDR-Sport-Mannschaft einen einwandfreien Ruf genießt, irrt nach einem siegreichen… Weiterlesen »

Moral – nicht Aposteltum – Rezension zu „Eine Frage der Moral“ – Anatol Stefanowitsch

„Den Befürworter/-innen politisch korrekter Sprache geht es… darum, sprachliche Ausdruckformen genau so nach moralischen Gesichtspunkten zu bewerten wie andere Aspekte menschlichen Handelns.“ (S.21) Zum Inhalt: Der 1970 in Berlin geborene Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch greift in dem kleinen Band aus dem Hause Duden ein oder vielmehr gleich mehrere heiße Eisen an. Zum einen den Begriff der Moral über den… Weiterlesen »

Der Schwaben sieben – Rezension zu „Das Abenteuer von den sieben Schwaben“ – Ludwig Aurbacher

„Gott verläßt keinen ehrlichen Schwaben nicht“ (S.17) Zum Inhalt: Ludwig Aurbacher lässt seine Leserschaft von der ersten Seite an spüren, aus welchem Holz seine Helden in dieser Erzählung geschnitzt sind: aus schwäbischem. Beinahe einem Banner gleich, welchem sie mit stolz folgen, tragen sie ihren Dialekt in alle seinen Facetten den Leser*innen zu Ohr. Als Schriftsteller erlangte Aurbacher durch… Weiterlesen »

Der blinde Fleck einer Vision – Rezension zu „Das verhängnisvolle Experiment“ von Klaus Frühauf

„Die Ernüchterung kam nicht schlagartig, sie wuchs langsam und anfangs fast im Unterbewußtsein, und doch kam sie mit niederschmetternder Wucht“ (S.18) Zum Inhalt: Jemals wieder die Leitung einer Expedition zu übernehmen, das war für Peter Mankov eine beinahe ausgeträumter Traum. Der Crash über Orechowka hatte nicht viel von ihm übrig gelassen. Und dies in mehrfacher Hinsicht. Dennoch saß… Weiterlesen »