Tag-Archive: Lesen

Zwischen Märchen und Weisheitslehre – Rezension zu „Der Alchimist“ von Paolo Coelho

„Gleichgültig, was ein Mensch tut, er steht jederzeit im Mittelpunkt der Weltgeschichte, doch meistens weiß er es nicht“ (S.165) Zum Inhalt: Im Mittelpunkt steht der junge andalusische Hirte Santiago, der von einem wiederkehrenden Traum heimgesucht wird: In Ägypten, nahe den Pyramiden, soll ein Schatz auf ihn warten. Getrieben von dieser Vision, begibt er sich auf eine zeitlich und… Weiterlesen »

Ein Sommer wie damals – Rezension zu „Jenseits der großen Sümpfe” von Erwin Moser

„Jeder Atemzug und jeder Augenblick enthält Vergnügen.“ (S.90) Zum Inhalt: „Jenseits der großen Sümpfe“ von Erwin Moser entwirft ein beeindruckendes Porträt von Kindheit, Sommerrauschen und Schilfpfaden. Die Geschichte kondensiert das jugendliche Leben auf das Einfachste, was es gibt – Sommer, Hitze, Schulferien. Ein sentimentaler Klang, der den Leser*innen einnimmt, ihn förmlich das Rascheln des Schilfs fühlen, den warmen… Weiterlesen »

Mediatives Denken – Rezension zu “Vom guten Umgang mit Differenzen” von Noa Zanolli

„Alle Friedensstifter, alle Mediatorinnen, alle Vermittler in Streitigkeiten, ob sie akademisch ausgebildet sind oder nicht, denken mediativ, d.h. sie suchen den Ausgleich zwischen verschiedenen Sichtweisen, sie suchen Gemeinsamkeiten in unterschiedlichen Standpunkten, sie suchen Berührungspunkte in Differenzen. Das ist mediatives Denken. Es wurde seit jeher praktiziert. Der Ausdruck soll das Bewusstsein darüber, dass jeder Mensch vermittelndes Denken lernen und… Weiterlesen »

Lebenskunstwerk – Rezension zu “Wozu Leben” von Kerstin Oppermann

„Biografiearbeit ist Arbeit an Ihrem Lebenskunstwerk“ (Covertext) Zum Inhalt: Kerstin Oppermann beginnt ihre Vorstellung der logotherapeutischen Selbsterfahrung und Biografiearbeit mit einem Kapitel „Einführung in die Logotherapie“, welches u.a. die Entstehungsgeschichte der Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl beleuchtet. Die zentralen Konzepte wie die geistige Ebene, die drei Säulen und die Dimensionalontologie Frankl finden hier bis zur Seite… Weiterlesen »

Mysterien – Rezension zu “Die Wunderübung” von Daniel Glattauer

„Sie sehen ja, wo Verständnis hinführt, wenn nicht beide das Gleiche darunter verstehen.“ (Buchumschlag) Zum Inhalt: „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer ist ein humorvolles Theaterstück, das die Dynamik eines verheirateten Paares aufzeigt, welches sich in einer ernsten Beziehungskrise befindet. Das Werk ist ein tiefgründiges, dabei aber auch unterhaltsames Stück über die Höhen und Tiefen partnerschaftlicher Beziehungen und die… Weiterlesen »

Vergangenheitsbewältigung – Rezension zu “Das Geheimnis der Queenie Hennessy” von Rachel Joyce

„Eigentlich haben Dinge meist kein Ende, sondern verschwinden einfach. Meist haben sie auch keinen Anfang, sondern finden sich eben ein.“ (S.432f) Zum Inhalt: “Das Geheimnis der Queenie Hennessy” von Rachel Joyce ist nach “Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry” der zweite Band in der Trilogie. So geht man als Leser bereits mit einem ordentlichen Rucksack an Erwartungen –… Weiterlesen »

Schritt für Schritt – Rezension zu „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce

„»Man würde meinen, dass Gehen doch ganz einfach ist«, sagte sie. »Man braucht ja nur einen Fuß vor den anderen zu setzen. Aber ich staune immer wieder, wie schwierige manches ist, was eigentlich von selbst laufen sollte, von unseren Instinkten gesteuert.«“ (S.65) Zum Inhalt: Harold Fry ist im Ruhestand. Noch nicht lange. Wohlverdient. Zufrieden in der „Haus-mit-Garten“-Idylle –… Weiterlesen »

Drei Fragezeichen – „Wer bin ich? Was kann ich? Was will ich?“ von Claas Triebel

„Es ist Menschen und Systemen zuzugestehen, dass es kompliziert ist, die eigenen Potenziale und Kompetenzen zu erkennen und zu benennen. Eben deshalb muss man sich intensiv um dieses Thema kümmern. Es ist nicht selbstverständlich“ (S.34) Zum Inhalt: Die Ära der Patchwork-Biografien Dass der Beruf fürs Leben, wie er vielleicht früher noch möglich war, in unserer schnelllebigen Zeit so… Weiterlesen »

Streng nach… – Rezension zu „Protokoll“ von Sigrid Kleinsorge

„Klar war nur, alle hatten begeistert zugestimmt, bevor sie auseinander gegangen waren und das Leben sie wie Feinstaub in alle Himmelsrichtung en getrieben hatte.“ (S.6) Zum Inhalt: Die dichte Prosa die Sigrid Kleinsorge in Ihrem neuen Roman entwirft könnte man als Gesellschaftsversuch im Reagenzglas umschreiben.  Den Geschichten einer Agatha Christie nicht unähnlich, finden sich die als Jugendlichen-Clique eingeschworenen… Weiterlesen »

Grotesk-makaber bis futuristisch-humorvoll – Rezension zu „Der Duft der Zuckerpflanze“ von Jörg Petersen

„Manche sagen, ich hätte einen grünen Daumen. Doch das ist übertrieben. Schließlich habe ich neun weitere Finger, und die können auch gut mit Pflanzen“ (S.161) Zum Inhalt: „Der Duft der Zuckerpflanze“ von Jörg Petersen, lässt bereits im Untertitel keinen Zweifel an der Ausrichtung der Texte: „… und andere fiese Geschichten.“ 😉 Petersen stellte mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar seiner… Weiterlesen »