Tag-Archive: Kurzgeschichten

Jeder Hund, auch der kleinste, ist im Kopf ein Wolf…

„Und so holte die Züchterin dann ihr Prachtstück hervor: mich, Dolly von der Parthenaue. Sie wussten sofort: Die ist es.“ (S.25) Zum Inhalt: In seiner lockeren, amüsanten Art beschreibt Eberhard Kamprad, wie mann/frau auf den Hund kommt. Und das noch auf einen recht kleinen – zumindest seiner Statur nach. Denn ein Dackel weiß Bescheid, wenn es um die… Weiterlesen »

… der Segeltörn geht weiter

„Für dieses Unterwassererlebnis haben sich alle Strapazen, die ich hinter mir habe gelohnt….. Am liebsten würde ich hier unten bleiben und nicht mehr auftauchen.“ (S.22f) Zum Inhalt: Es ist eine Robinsonade, die Ulrike Stienen-Hoffmann in dieser Kurzgeschichte präsentiert. Die Handlungsgründe der agierenden Personen sind zugegebenerweise manches Mal etwas weit hergeholt, aber in Summe ergibt sich ein stimmiges Bild,… Weiterlesen »

In die Irre geführt…

„Edith häkelte Netze, Netzhemden, Einkaufsnetze, Netzdecken und Kissenplatten aus Netz, die sie mit verschiedenen Seidenstoffen unterlegte.“ (S.7) Zum Inhalt: …das fühlt sich derjenige Leser, der sich allzu leicht der irrigen Annahme hingibt, es handle sich bei dem 19. Band der Mini-Testudoreihe um eine Kurzgeschichtensammlung für gemütliche Teekränzchen auf der Veranda. Denn die Geschichten warten mit durchaus schwerer Kost… Weiterlesen »

Der ganz normale Wahnsinn…

„Manchmal fragt sich Blechschmitt, warum er heiraten musste – und noch dazu ausgerechnet diese Frau. Aber er hat mittlerweile gelernt, geballter weiblicher Logik nicht zu widersprechen.“ (S.44) Zum Inhalt: …dem Zitat blieben noch einige andere ausgesprochen bissige Ausführungen beizustellen, mit denen der Text gespickt ist. Der männliche Part der Familie Blechschmitt – wenn man dieses Sozialkonglomerat denn so… Weiterlesen »

Menschen wie Du

Zum Inhalt: Die Geschichten, welche Brigitte Meertens erzählt, werden dem Titel eindeutig gerecht, indem sie von Menschen handeln, in die sich der Leser gut hinein versetzen kann, die ihn berühren. Es sind auch die Inhalte, die zum Lesen animieren, weniger die stilistische Handwerkskunst. Dies tut jedoch den durchdachten Aussagen und feinen Denkanstößen keinen Abbruch. Am bewegendsten fand ich… Weiterlesen »

Blickwechsel…

„Ich hab mal gelesen, Erinnerungen wären wie Fliegen auf einem Kuchen. Verjagen könne man sie allemal, aber wenn man sie totschlüge, wäre auch vom Kuchen nicht mehr viel übrig.“ („Die Wiese„S.36) Zum Inhalt: „Sonnenwende“ (Thomas Fröhlich): Ein eisiger Außenposten, eine heillos überbevölkerte Erde, eine Familie mit einem nicht genehmigten Kind und ein verschollen geglaubter Siedler, der einst auf… Weiterlesen »

Schwermütige Kurzweil…

„… der Smalltalk war so klein, Minimal Art ist nix dagegen.“ (S.7) Zum Inhalt: Wer die Wiener Mentalität, ihre schwermütig fatalistische Grundstimmung schätzt und einen gewissen Leidensdruck während des Lesens aufrecht zu erhalten vermag, der wird in diesem Bändchen sicher die ein oder andere Kurzgeschichte finden, welche ihm zusagen könnte. Ob es die Demontage eines kleinbürgerlichen Idylls ist… Weiterlesen »

Wo Leben ist sind auch Schattenseiten…

„Kommissar Müller schluckte. Die Akte würde er nicht wieder öffnen. Lebenslänglich war Strafe genug.“ (S.12) Zum Inhalt: Obgleich kurz, sind die Geschichten nichts mal eben für Zwischendurch. Dazu ist das Geschriebene zu schwere Kost mit einem recht düsteren Anflug an Fatalismus. In keinster weise jedoch vermitteln sie Hoffnungslosigkeit um ihrer selbst willen; vielmehr ist es eine subtile Beklemmung,… Weiterlesen »

…und was arbeiten Sie so?

„Alle ihre hochtrabenden Träume zerbarsten mit einem lauten Knall. Ob die anderen ihn auch hörten?“ (S.23) Zum Inhalt: Es sind vier recht unterschiedliche, in solider Autorenmanier verfasste Erzählungen, die Bettina Kiraly unter dem Pseudonym Betty Kay zu Papier gebracht hat. Dabei greift die Schriftstellerin nicht nur gesellschaftliche Tabus („Die Beförderung“) auf, sondern auch Randbereiche der Arbeitswelt, die nach… Weiterlesen »

Bewegend, mitreißend, anrührend…

„Mein Leben war absehbar geworden.“ (S.29) Zum Inhalt: Karin Hackbart erzählt Lebensgeschichten. Solche mit fließenden Anfängen und ebensolchen Enden. Keine Schablonenexistenzen, wie sie zuhauf in fantasietötenden Skripted-Reality Sendungen über den Schirm flimmern. Es sind Menschen, Schicksale wie sie beinahe jeder von uns, der offenen Auges lebt, irgendwo in seinem sozialen Umfeld schon gesehen hat. Sie erzählt nicht mit… Weiterlesen »